Traditionelles Taekwon-Do - mehr als nur ein Sport

Die Besonderheit des Traditionellen Taekwon-Do liegt in der Vielfalt dieser Kampfkunst, da sämtliche Bestandteile und Techniken, enthalten sind. Während sich moderne Varianten stark auf den Wettkampf konzentrieren bietet Traditionelles Taekwon-Do ein ganzheitliches Training für Körper und Geist. Nahezu alle Aspekte körperlicher Fitness werden benötigt und trainiert:

Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination, Dynamik, Körperspannung, und Geschwindigkeit.

Genauso wichtig sind mentale Fähigkeiten wie Konzentrationsvermögen, Disziplin, Entschlossenheit und Zielstrebigkeit. Darüber hinaus steht Traditionelles Taekwon-Do für Werte wie Respekt, Toleranz, Höflichkeit und Bescheidenheit.

Wenn man Taekwon-Do über viele Jahre betreibt eignet man sich somit nicht nur entsprechende körperliche Fähigkeiten an, sondern entwickelt auch sehr stark seine mentale Haltung.

Die Hauptbestandteile des Traditionellen Taekwon-Do

Formenlauf (Hyong):

Eine Hyong ist eine fest vorgegebene Abfolge von Abwehr und Angriffsttechniken. Es gibt im Traditionellen Taekwon-Do 20 Hyongs, deren Namen für bedeutende Ereignisse oder Persönlichkeiten der koreanischen Geschichte stehen. Schwierigkeitsgrad und Technikvielfalt steigen mit der Ordnungszahl der Hyong und spiegeln so die Entwicklung des Taekwon-Do Schülers wieder. Durch kontinuierliches Training dieser Formen werden die einzelnen Bewegungen hinsichtlich Kraft, Dynamik und Präzision perfektioniert. Ebenso werden Ausdauer, Koordination und Konzentration trainiert.


Bruchtest (Kyek Pa):

Beim Bruchtest werden verschiedenste Techniken auf Materialien wie Holz oder Stein ausgeführt. Hier werden die enormen Kräfte der Techniken demonstriert. Der Bruchtest vereint die erlernten körperlichen Fähigkeiten wie Kraft, Präzision und Dynamik mit mentaler Stärke. Denn nur mit absoluter Entschlossenheit und dem Glaube an sich ist ein erfolgreicher Bruchtest, ohne sich zu verletzen, möglich. 

 


Freikampf (Chayu Taeryon):

Taekwon-Do ist vor allem für seine spektakulären Kicks bekannt. Beim Freikampf treten 2 Gegner gegeneinander an. Ziel ist es nur mit Kicks zum Gesicht Punkte zu erzielen. Die Besonderheit dabei ist, dass ohne Schutzkleidung gekämpft wird. Die Treffer müssen kurz vor Aufprall abgestoppt werden. Dies erfordert ein enormes Maß an Körperbeherrschung und Kontrolle. Körperlich sind zudem Schnelligkeit, Reaktionsvermögen und Flexibilität gefordert.

 

Selbstverteidigung (Hosinsul):

Körperliche Fitness, Selbstvertrauen, Reaktionsvermögen und Aufmerksamkeit. Diese Voraussetzungen für eine effektive Selbstverteidigung werden durch das tägliche Training erlangt und sind genauso wichtig wie die eigentlichen Verteidigungstechniken gegen verschiedenste Angriffstechniken mit und ohne Waffen. Taekwon-Do liefert genau dieses Gesamtpaket.

Trotz der Ideologie Taekwon-Do nicht zu betreiben, um andere Menschen mutwillig zu verletzen, handelt es sich um eine sehr effektive Kampfkunst, die sich hervorragend zur Selbstverteidigung eignet.

Geschichte und Entwicklung

Taekwon-Do ist eine koreanische Kampfkunst. Übersetzten lässt sich Taekwon-Do mit "der Weg (Do) des Fußes (Tae) und der Faust (Kwon)". 1965 wurde ein Demonstrationsteam aus Korea entsandt, um das Taekwon-Do in Europa zu verbreiten. Ein Mitglied dieses Teams war Großmeister Kwon Jae- Hwa. Als sich das Taekwondo jedoch mehr und mehr zum Wettkampfsport entwickelte, distanzierte sich Großmeister Kwon von dieser Entwicklung und gründete seinen eigenen Verband. So entstand auch die Schreibweise Taekwon-Do, mit Betonung auf dem Do ("der Weg"), da das Ziel des Traditionellen Taekwon-Do der persönliche Weg zur Perfektion und Vollkommenheit körperlicher und geistiger Fähigkeiten ist.